Das vorliegende Entwurfskonzept sieht ein funktional flexibles, nachhaltiges und zukunftsfähiges Gebäudekonzept vor, welches sowohl den Anforderungen an die moderne Verwaltungsgebäude, als auch den Bedürfnissen der Stadtentwicklung Schwabmünchens gerecht wird.
Raster
Das flexible Grundraster von 1,35m ermöglicht eine auf Bürobauten abgestimmte Ausnutzung modularer Raumkonfigurationen, da es eine effiziente und einfache Umgestaltung der Flächen erlaubt. Im Bereich der Tiefgarage wird das Raster statisch fortgeführt und trägt zur wirtschaftlichen Bauweise bei. Die Lage der Treppenhäusern ermöglicht ebenfalls eine flexible und modulare Gestaltung des Gebäudes. Eine Teilbarkeit der Geschosse kann in unterschiedlichen Größeneinheiten (ca. 200 – ca. 1200m²) erfolgen.
Mobilitätskonzept und Parkierung
Im Hinblick auf den Stellplatzbedarf wird eine Lösung angestrebt, die auch den Anforderungen der Gemeinde und der Nachbarschaft gerecht wird. Der Entwurf liefert einen umfänglichen Nachweis an Parkierungsmöglichkeiten bei effizienter Ausnutzung. Generell hängt der tatsächliche Nachweis und Bedarf vom festzulegeneden Nutzungsmix ab. Es wird empfohlen, das Stellplatzkonzept nach Bedarf fortzuschreiben und eine Möglichkeit für ein Mobilitätskonzept zu schaffen, welches Sharing-Optionen, E-Mobilität und Nutzungssynergien (Überschneidungen) bevorzugt. Eine Duplexlösung für Stellplätze kann aus Effizienzgründen zwar angedacht werden, wird jedoch nicht empfohlen, da potenzielle Konflikte im Nutzerverhalten entstehen können. Das Mobilitätskonzept soll sich an den modernen Anforderungen der Stadtentwicklung orientieren.
Bauweise (Elementiert) Die Wahl der Materialien spielt eine zentrale Rolle in der Umsetzung des Projekts. Der Entwurf setzt auf R-Beton (Recyclingbeton), um die CO₂-Emissionen zu minimieren und gleichzeitig Integrität der Bauweise zu gewährleisten. Die Fassadenstruktur ist als Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstruktion konzipiert, wobei der maximale Recyclinganteil des verwendeten Aluminiums angestrebt werden soll. Darüber hinaus wird das System so gestaltet, dass es zurückbaubar und in Rasterelemente unterteilbar ist, um die Kreislauffähigkeit und Wiederverwendbarkeit der Materialien zu fördern. Auch die Möglichkeit einer Holzhybridbauweise, bei der nur die Kerne aus Beton bestehen, wird in Erwägung gezogen, um eine noch nachhaltigere Lösung zu schaffen.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Entwurfs ist die Integration von Retentionsdächern auf allen Gebäudeteilen um der Flächenversiegelung adäquat entgegenzuwirken. Die extensiv begrünten Retentionsdächer sollen zentraler Bestandteil des Regenwassermanagementkonzepts sein. Die entstehende Verdunstungskälte leistet einen positiven Beitrag zum Stadtklima. Zusätzlich wird auf den Dächern eine Photovoltaikanlage (PV) integriert, um die Energiebilanz des Gebäudes zu verbessern. Die Technik wird ebenfalls auf den Dächern untergebracht, um die strukturellen Anforderungen und den Platzbedarf auf den unteren Etagen zu minimieren.
„Shared Space“-Konzept
Das „Shared Space“-Konzept soll bis hin zum Bahnhof weitergedacht werden. Ziel ist es, eine durchgängige, einheitliche Gestaltung zu erreichen, die sowohl funktional als auch stadträumlich zu einer gelungenen Adressbildung des Bahnhofsquartiers beiträgt. Das Konzept wird so entwickelt, dass es den Austausch zwischen den Nutzern fördert und gleichzeitig eine hohe Lebensqualität gewährleistet.
2024 - 2025
Schwabmünchen, Deutschland
Mehrfachbeauftragung
5.675 m2
Büro, Praxen, Gastronomie, Parken
24/09/2025